Egal ob HBI-Blog, Franz Liszt oder Musikantenstadel – in 2011 jagte ein Jubiläum das nächste. Im Zuge dessen dürfen wir auch unserem Kollegen Martin zu zehn Jahren Agenturzugehörigkeit gratulieren. Ein Gespräch.

Erzähl mal Deine Geschichte, Wie hast Du bei der HBI angefangen? Ich komme noch aus einer Zeit, in der fast alles per Post verschickt wurde. Es gab damals noch eine Menge von Studenten, die bei der HBI im Postversand gearbeitet hatten, und auch mal ein paar Übersetzungen gemacht hatten, wenn Not am Mann war. Ich war also einer der Werkstudenten, die bei der HBI gefaltet und Hilfstätigkeiten ausgeführt haben. Dann wurde ein Trainee-Platz frei und nach einem Praktikum wurde ich gefragt, ob ich weitermachen möchte – tja, und jetzt habe ich mein 10-jähriges Jubiläum.
Was gefällt Dir an der Arbeit? Ich finde die Abwechslung sehr gut, also man hat ständig etwas Neues, es ist nicht immer der gleiche Trott. Es ist eine gute Mischung aus redaktioneller Arbeit, Organisation, unterwegs sein und Events. Ich denke, die Abwechslung ist ganz wichtig für mich.
Hast Du eine Lieblingsgeschichte aus den letzten zehn Jahren, eine spannende oder lustige Anekdote? Es gibt da tatsächlich eine ganz kuriose Geschichte, die Du vielleicht schon kennst. Vor einigen Jahren haben wir auf der IFA einen großen Elektronikkonzern bei der Pressearbeit unterstützt. Der Konzernchef sollte auch kommen und es war tatsächlich so eine skurrile Situation, die eher einem Staatsempfang glich: Alle waren nervös und standen Spalier. Im Vorfeld gab es sogar Tränen und andere Dramen. Es kam dann eine ziemlich füllige französische Journalistin, die in einem fahrbaren Elektrorollstuhl saß und ein goldenes, glänzendes Zelt anhatte. Sie fuhr die ganze Zeit mit diesem Rollstuhl hin und her und als der Konzernchef kam, war sie gleich parat, sprang auf, drückte ihm ihr Magazin an und wollte sich mit ihm fotografieren lassen. Wer wie ich katholisch aufgewachsen ist, fühlte sich an die ein oder andere Bibelstelle erinnert.
Was für eine Geschichte. Kommen wir zu einem anderen Thema: Fühlst Du Dich manchmal alt unter all den jungen Kollegen? Ja.
Was motiviert Dich nach zehn Jahren, dass Du jeden Tag früh morgens aufstehst und zur Arbeit kommst? Was mich motiviert? Die netten Kollegen, das tolle Arbeitsklima. Die Arbeit ist einfach sehr spannend und wie gesagt ist auch die Abwechslung geblieben, sodass es selbst nach zehn Jahren immer noch nicht der gleiche Trott ist – wobei es mit dem Aufstehen manchmal auch etwas später werden kann.
Hast Du irgendwelche Veränderungen wahrnehmen können – in beruflicher Hinsicht oder auch bei Dir persönlich? Die Brille. Ich habe eine Brille bekommen. Aber wir haben jetzt ja LCD-Bildschirme, da ist es nicht mehr so schlimm.
Und ansonsten? Wie ich am Anfang schon meinte, früher wurde noch viel mehr mit Papier gemacht. Das ist so der größte Wandel bei der Arbeit an sich. Sonst hat es sich nicht vollständig geändert, die Produkte sind für zehn Jahre im High-Tech-Bereich ehrlich gesagt auch enttäuschend ähnlich und es gibt noch immer keinen Kühlschrank, der automatisch meine Einkäufe erledigt. Man denkt vielleicht, es kommt alle zwei, drei Jahre die große Revolution, aber meist werden die Produkte weiterentwickelt und die Begrifflichkeiten ändern sich. Eine der größten Veränderungen ging mit Social Media einher, die jetzt sogar bis zum B2B-Bereich vorgedrungen ist. Das Handwerk ist im Prinzip aber immer noch das gleiche.
Ich habe noch zwei Fragen, die eigentlich zusammengehören: Was ist Dein Erfolgsgeheimnis und welche Tipps hast Du für die jüngeren Kollegen parat? Das ist jetzt die Stelle, in der man bei Vorstellungsgesprächen immer die Standardsachen sagt: „Ich kann einfach nicht lockerlassen. Wenn ich mich an einem Problem festgebissen habe, dann muss ich das durchziehen!“ Nein, keine Ahnung, was mein Erfolgsgeheimnis ist. Ich denke man muss gut unterscheiden können, wann man Sachen nicht bierernst nehmen muss und wann man sie eben bierernst nehmen muss. Ich weiß nicht, ob man es ein Erfolgsgeheimnis nennen kann, es ist eher mein Motto.
Ist das auch ein Tipp für die jungen Kollegen, die neu bei der HBI angefangen haben? Ich denke, dass es wichtig ist, diesen Grad zwischen Verbissenheit und Gründlichkeit zu erkennen. Dass man also seine Arbeit gut macht, ohne zu verbiestern oder zu detailversessen zu sein. Man sollte seine Aufgaben also genau machen, ohne zum Exaktheitsbeamten zu verkommen. Man sollte sich ja auch immer noch den Humor bewahren.
Und das hast Du auf jeden Fall. Vielen Dank für die persönlichen Einblicke und Ansichten.